Green spin
Key Fact 1
Analyse komplexer Geodaten
Key Fact 2
Integrierte Public Cloud und Dedicated Server
Key Fact 3
Hunderte Benutzer an verschiedenen Standorten

Zusammenfassung

Wann ist der optimale Zeitpunkt für Aussaat und Ernte? Wie viel Dünger ist notwendig? Ist der Einsatz von Pestiziden gerechtfertigt? Mofato, die vom deutschen Start-up green spin entwickelte Farming-App (und kurz für „Modern Farmer’s Tool“), kann spezifische Empfehlungen für jedes einzelne Feld liefern und hilft so den Landwirten, ihre Arbeit zu optimieren. Dabei helfen die Algorithmen von green spin, die Satellitenbilder und Wetterdaten der letzten 15 Jahre analysieren, aber nicht nur den Landwirten selbst: Weil die Bodenverschmutzung reduziert wird, profitiert vor allem die Umwelt!

In den letzten 100 Jahren ist die Produktivität im Bereich der Landwirtschaft kontinuierlich gestiegen. Das ist auf den Fortschritt in Pflanzenzüchtung und Genetik, auf die Einführung von Dünger und anderen chemischen Mitteln sowie auf den Einsatz immer größerer und effizienterer Landmaschinen zurückzuführen. Aber es hat sich schon gezeigt, dass auch die intensive Landwirtschaft ihre Grenzen hat, und viele Landwirte glauben, dass die nächste landwirtschaftliche Revolution auf neuen Technologien und insbesondere der Nutzung von Daten mithilfe von Big Data und Machine Learning basieren wird.


Heute verwenden Landwirte automatische GPS-gesteuerte Maschinen, um Dünger mit einer bisher unerreichten Präzision auszubringen, und nutzen digitale Tools als Entscheidungshilfen für die Pflege ihrer Pflanzen. „Auf der Agritechnica, der Weltleitmesse für Landtechnik in Hannover, haben die Teilnehmer 2015 so viele vielversprechende Anwendungen und intelligente Maschinen zu sehen bekommen wie nie zuvor. Aber gerade für die Leiter kleinerer Betriebe ist der Nutzen dieser Lösungen nicht immer offensichtlich“, erklärt Sebastian Fritsch, Gründer und Geschäftsführer von green spin. „Häufig sind tatsächlich eher der Herausgeber oder der Hersteller die Gewinner: Anwendungen oder Maschinen sammeln Daten, mit denen sie ihre Tools verbessern können, um so sicherzustellen, dass sie morgen zu den Marktführern gehören. Aber das ist noch nicht alles: Die Landwirte können sogar von einigen wenigen Herausgebern abhängig werden, die genau diese Abhängigkeit dann langfristig ausnutzen könnten. Und das ist weder für die Landwirte noch für die Verbraucher gut.“

Aus all diesen Gründen hat green spin eine Alternative zu den Lösungen früherer Herausgeber entwickelt. Eine Lösung, die frei zugängliche Daten nutzt, und das garantiert ohne Lock-in-Effekt für die Landwirte.

Die Herausforderung

 

A moyen terme, l’agriculteur qui utilise Mofato et ses instruments de planification va diminuer sa consommation d’engrais et pesticides, et peut espérer améliorer son rendement.

 

Sebastian Fritsch und Gunther Schorcht, zwei der Gründer von green spin, waren an der Universität Würzburg beschäftigt, bis sie sich 2012 dazu entschieden, von der Theorie in die Praxis zu wechseln und ihr Start-up zu gründen. Dann kam noch Clemens Delatrée dazu, der vorher als Umweltberater in der Privatwirtschaft tätig war. Dank eines Gründungsstipendiums des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) konnten sie 2013 offiziell ihr Unternehmen gründen, setzten aber weiterhin auf eine enge Beziehung zum Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität, wo sie einen großen Teil der Forschung betrieben hatten, die später zur Grundlage der green spin-Technologien wurde.

„Wir haben früh erkannt, dass Geodaten, wie etwa Satelliten- oder Wetterdaten und -archive, einen großen Mehrwert für die Landwirtschaft bieten können. Zudem sind die meisten dieser Daten auch kostenlos für jedermann verfügbar, werden aber wegen ihrer Komplexität kaum genutzt. So kamen wir also auf die Idee, ein Tool zu entwickeln, das im Hintergrund all diese Daten verarbeitet, dem Landwirt aber einfache und leicht umsetzbare Empfehlungen liefert, ohne dass er alle Rechenoperationen und Abläufe im Detail verstehen muss.“


Die App mofato lädt also immer die neuesten hochauflösenden Satellitenbilder herunter, die von der NASA und insbesondere von der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) zur Verfügung gestellt werden und wertvolle Informationen über den Zustand der Kulturen liefern. Die App setzt sie dann in Bezug zu den verfügbaren meteorologischen Daten, um dem Benutzer in einem Dashboard für jede einzelne Anbaufläche anzuzeigen, wann der optimale Zeitpunkt für Aussaat oder Ernte ist, wann am besten Dünger (und in welcher Menge) ausgebracht werden sollte und ob Pestizide gebraucht werden. „Mittelfristig wird ein Landwirt, der mofato für die Planung einsetzt, seinen Verbrauch an Dünger und Pestiziden reduzieren und kann dabei gleichzeitig seinen Ertrag verbessern. Das ist gut für die Umwelt und für die Betriebsfinanzen.“

Die Lösung

„Eine Kernanforderung unserer digitalen Anwendungen für die Landwirtschaft ist die Skalierbarkeit der zugrunde liegenden IT“, erklärt Sebastian Fritsch. Für jede landwirtschaftliche Nutzfläche müssen Satellitenbilder und Wetterdaten der letzten 15 Jahre ausgewertet werden. Für die Verarbeitung solcher Datenmengen braucht man eine Menge Rechenleistung. Wir haben am OVH Digital Launch Pad teilgenommen und unsere gesamte Infrastruktur auf Dedicated Server von OVH migriert, die wir zusätzlich mit Public Cloud Instanzen ergänzen. So können wir Berechnungen parallel ablaufen lassen (damit unsere Nutzer noch schneller die passenden Empfehlungen sehen) und kinderleicht skalieren. Mit OVH als Partner sind wir bestens auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet.“

Das Ergebnis

Seit der Präsentation von mofato auf der Agritechnica im November 2015 wachsen die Nutzerzahlen stetig an. Das ist auch nur logisch, da die Anwendung für Kleinbauern kostenlos ist. Im Gegenzug ermöglichen sie es dem Start-up, das Tool kontinuierlich zu verbessern und zu erweitern, um es dann wiederum besser bei Großbetrieben vermarkten zu können, die zusätzlich von einem personalisierten Support und maßgeschneiderten Funktionen profitieren.

„Wir haben mehr als 130 Nutzer in Deutschland. Aktuell versuchen wir in Osteuropa Fuß zu fassen, insbesondere in Rumänien, und bis 2017 wollen wir uns noch weiter vergrößern. Wir helfen den Landwirten bei der Optimierung ihrer Prozesse. Aber wir wollen noch weiter gehen und die Vernetzung der unabhängigen Landwirte fördern, damit sie ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen können. Wir glauben, dass die Förderung einer unabhängigen Landwirtschaft – unabhängig sowohl von Softwareherstellern als auch von multinationalen Agrarkonzernen – letztendlich auch eine gute Sache für die Verbraucher ist.“